Alfie


  1. Ø 4
   2004
Trailer abspielen
Alfie Poster
Trailer abspielen
Alle Bilder und Videos zu Alfie

Filmhandlung und Hintergrund

Alfie: Remake des britischen Klassikers um einen verabtwortungslosen Herzensbrecher. als mänliche "Sex & the City"-Variante.

Wenn Chauffeur Alfie (Jude Law) nicht gerade mit Kollege und Kumpel Marlon (Omar Epps) von der eigenen Limousinenflotte träumt, betätigt sich der attraktive Jüngling als oberster Frauenbeglücker von Manhattan. Egal, ob es sich um die verheiratete, sexuell vernachlässigte Dorie (Jane Krakowski), die ältere Kosmetikfirmenbesitzerin Liz (Susan Sarandon), Partygirl Nikki (Sienna Miller) oder bloß Marlons Freundin (Nia Long) handelt – Alfie lässt nichts anbrennen. Erst, als er sich wirklich verliebt und selbst auf Granit beißt, beginnt sein persönlicher Reifeprozess.

Geschlechterkampf-Humor in bester „Sex and the City„-Tradition steht auf dem Programm beim entsprechend modernisierten Neuaufguss des Michael-Caine-Klassikers „Der Verführer läßt schön grüßen“ aus dem Jahr 1966.

Seine Brötchen verdient er sich zwar nur als Chauffeur, doch die Frauen reißen sich um Alfie. Er springt von Affäre zu Affäre, von der verheirateten, sexuell vernachlässigten Dorie zur älteren Kosmetikfirmabesitzerin Liz. Eine „halbfeste“ Freundin hat er in der allein stehenden Mutter Julie. Eine kurze Episode verbindet ihn sogra mit der Freundin seines besten Freundes.

Bei Alfie werden sie alle schwach. Ob arm oder reich, ob blond oder brünett, die Jungen und die Erfahrenen. Sein bubenhafter Charme öffnet Alfie reihenweise die Türen zu New Yorker Schlafzimmern. Gefühle bleiben außen vor. Doch als ihn seine Daueraffäre verlässt, die neue Freundin sich als psychisch labil erweist, die Freundschaft zum besten Kumpel sowie dessen Partnerin zerbricht und ihn auch noch die vermeintliche Traumfrau abblitzen lässt, ist es um die Contenance des Herzensbrechers geschehen.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(2)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • „Alfie“, zu deutsch „Der Verführer lässt schön grüßen“, ist ein Film aus dem Jahr 1965, in dem Michael Caine als Frauenverführer die Quittung für seine lockere Moral erhält. Im Remake von Charles Shyler spielt Jude Law den Casanova, attraktiv, elegant, verführerisch, charmant, mit allen Wassern gewaschen. Er verteilt großzügig Komplimente an die Frauen, und ganz selbstverständlich erwartet er eine Gegenleistung: Und wenn es nur die dicke, alte Nachbarin ist, die seine Wohnung staubsaugt.

    Alfie ist ein Europäer in New York, und das macht ihn anziehend für die Frauen – leider fällt der Aspekt der englisch-amerikanischen Diskrepanz in der Lebenseinstellung zumindest in der deutsch synchronisierten Fassung weitgehend unter den Tisch. Klar ist aber eines: Alfie, der Playboy, hat Lust auf alles, was Männern Spaß macht. Nämlich GTA – Gesicht, Titten, Arsch. Alfie selbst führt den Zuschauer ein in seine Welt und in seine Gedanken, in Durchbrechung der vierten Wand spricht er das Publikum direkt an und lässt es teilhaben an seiner Philosophie. In freundlich-ironischem Tonfall spricht er über sich und sein Leben, über die Frauen und das kleine Glück, das er ihnen zu schenken sich bequemt – Alfie, das ist von Anfang an klar, ist ein ziemliches Arschloch, das sich in seinen Zynismen und Lebenslügen verstrickt hat. Doch hinter der extremen Subjektivierung der Erzählung – Alfie spricht über sich selbst, und das ist natürlich durchweg positiv – steht das, was ihn wirklich, tief im Inneren, umtreibt: Auf großen Plakatwänden im großstädtischen Hintergrund erscheinen seine geheimen Wünsche und Bedürfnisse, „Desire“, „Wish“, „Search“.

    Charles Shyler lässt seinen Film als eine Hommage an die Sechziger daherkommen – tatsächlich ist es offensichtlich, dass der Stoff aus der Zeit vor AIDS und Viagra stammt. Alfie saust auf seinem altmodischen Moped durch New York, während auf dem Soundtrack Mick Jagger singt – Jagger hat extra für den Film zusammen mit Dave „Eurythmics“ Steward einige neue Lieder aufgenommen. Und auch das Spiel mit dem Medium Film gehört in den Zauberkasten des Sixties-Kinos: In „Alfie“ wird die Gedankenstimme aus der Handlung heraus dem Publikum direkt mitgeteilt, Standbilder betonen die einzelnen Sequenzen, und in einer schönen Splitscreen-Sequenz wird eine kleine Liebesgeschichte erzählt. Der Film dreht sich um die Ungebundenheit und Lockerheit des Lebens, um die freie Liebe, um das Vergnügen am Lebendigsein – Sixties-Ideale, die sich in Alfie wiederfinden und sich in ihm zu einem egozentrischen und eigennützigen Charakter pervertiert haben.

    Alfie will sich nicht festlegen, er will sich nicht zähmen lassen, und die Ungezwungenheit seines Lebensstils ist ihm heilig – bis er, zunächst, auf den Boden der Tatsachen gestellt wird mit seiner Impotenz, dem Knubbel an seinem Schniedel, dem vagen Wissen von seinem Alleinsein. Und langsam sickert das oberflächliche Nachdenklichsein tatsächlich auch in sein tieferes Bewusstsein, und es drängt ihn, sein Leben zu verändern – doch wer alleine steht, kann wenig bewegen, und dass er sich nur mit seinesgleichen umgeben hat, rächt sich nun. Die Freundin wird abserviert, und er selbst wird bei seiner Geliebten durch einen Jüngeren ersetzt. Am Ende steht er alleine am Flussufer, fühlt sich von aller Welt verlassen, und er kommt zu der Erkenntnis: „Mein Leben gehört mir selbst, aber ich habe keinen Seelenfrieden.“

    Und das ist auch das große Manko des Films: Von Anfang an ist er vorhersehbar, Alfie wird von der Oberflächlichkeit seines Lebens in die Tiefen der Vernunft eintauchen – doch die Moral, die der Film ausspricht, ist zu banal, als dass die Wandlung von Alfie nicht doch etwas allzu Lächerliches hätte.

    Fazit: Ein Frauenbeglücker bemerkt, dass er ganz alleine auf der Welt ist: Eine recht banale Erkenntnis für 100 Minuten Film.
  • Remake-Spezialist Charles Shyer („Vater der Braut“-Filme) übt sich erneut im Modernisierungs-Metier, indem er nun den britischen Klassiker „Der Verführer lässt schön grüßen“ von 1966 neu verfilmte. Darin spielte Michael Caine in einer Karriere definierenden Rolle einen hartherzig-zynischen Herzensbrecher, was ihn dank einer Oscar-Nominierung zum Star aufsteigen ließ. In seine Gucci-Loafers schlüpft hier Landsmann und it-Boy der Stunde Jude Law („Unterwegs nach Cold Mountain“), dessen weniger bissigem Alfie erkennbar in einer männlichen und ungemein unterhaltsamen „Sex and the City“-Variante der frauenverachtende Zahn weitgehend gezogen wird. Das Großstadtpublikum wird sich freuen.

    Das Drehbuch adaptierte Shyer in Zusammenarbeit mit der bisherigen Sitcom-Autorin Elaine Pope, die seine frühere Partnerin Nancy Myers ablöst. Die Neuversion verlegt den Spielort von London nach New York City. Der Protagonist hingegen ist britischer Herkunft geblieben. Vorgestellt wird Alfie in seinem spartanischen Apartment, wo er – seiner direkten Ansprache in die Kamera zufolge – höchst selten die Nacht verbringt. Denn die Damenwelt reißt sich regelrecht um den modischen Metrosexual, wie bei seiner Vespafahrt durch Manhattan unmissverständlich suggeriert wird. Seine Brötchen verdient er sich als Chauffeur, mit Ambitionen zusammen mit seinem besten Freund (Omar Epps), eines Tages eine eigene Wagenflotte zu besitzen. Alfies Job öffnet ihm die Tür zu diversen Frauenbekanntschaften, wie mit der verheirateten, sexuell vernachlässigten Dorie (Jane Krakowski) oder später der älteren Kosmetikfirmabesitzerin Liz (Susan Sarandon ersetzt Shelley Winters). Eine Art halbfeste Freundin ist die allein stehende Mutter Julie (Marisa Tomei), die von Alfies flatterhaften Gigolo-Natur jedoch alsbald die Nase gestrichen voll hat. Eine kurze Episode mit Folgen legt er mit Marlons Freundin Lonette (Nia Long) ein, und anschließend tröstet er sich mit dem bildhübschen Partygirl Nikki (Laws tatsächliche Partnerin Sienna Miller – einfach umwerfend!), die sich nach anfänglicher Idylle jedoch als manisch-depressiv erweist. Als Alfie schließlich glaubt, die Richtige gefunden zu haben, erhält er eine harsche Retourkutsche und erkennt endgültig seinen Fehler darin, gedankenlos mit den Emotionen anderer zu spielen. Ob er sich allerdings wirklich bessert, lässt der Film offen.

    Waren Themen wie Ehebruch und Abtreibung in den 60er Jahren noch schockierend und skandalös, kann davon heute kaum mehr die Rede sein. So verlagert sich der Schwerpunkt mehr auf die komödiantischen Elemente, auch wenn sich melancholische Momente finden, die sich um Einsamkeit und Sterblichkeit drehen. Genau wie im Original hingegen blickt der Protagonist direkt in die Kamera und zieht das Publikum über seine Ansichten und Gefühle ins Vertrauen. Ein originelles Stilmittel, das letztlich deshalb funktioniert, weil es absolut unmöglich ist, sich Laws Charme zu entziehen. Da macht es eigentlich nichts aus, dass die wiederholten Einblendungen von Plakatwänden mit Stimmungs-Slogans wie „Pursue“ oder „Desire“ ebenso wenig subtil sind wie die Anfangseinblendung des Genitalbereichs der Supermann-Figur in Alfies Schlafzimmer. Denn die Superleistung des Films liefert Law ab, der in nahezu jeder Szene zu sehen ist und von dem man dennoch nicht genug bekommen kann, zumal sein Alfie zwar immer noch ein Schwein ist, im Gegensatz zu Caines Playboy aber wesentlich sympathischer ausfällt. Wie Hugh Grant in „About A Boy“ hat er vorrangig das Problem, sich auf eine Frau festzulegen, ohne deswegen zynisch auf das andere Geschlecht herabzusehen. Am greifbarsten ist Laws Chemie mit Nia Long, als sie sich gegenseitig beim Billardspielen verführen. Der anhaltende erotische Unterton wird vom superben Soundtrack vorangetrieben, wobei stimmige Songs von Originalkollaborateuren wie Burt Bacharach, Hal David und Mick Jagger (mit Dave Stewart) und Jungstars wie Joss Stone zu hören sind. ara.

News und Stories

Kommentare